Robinie

Robinia pseudoacacia – Robinie

Die Robinie ist als Pionierbaumart bekannt und zur Erstaufforstung auf extremen Standorten sehr gut zu verwenden. Sie durchwurzelt intensiv lockere Böden und reichert durch die Fähigkeit zur Stickstofffixierung Nährstoffe im Boden an. Durch ihre Anpassungsfähigkeit an Hitze und Wasserstress ist sie für neue Einsatzgebiete in Zeiten des Klimawandels gut geeignet.

Das Pflanzenmaterial

In mehreren Beständen mit geradschaftigen Robinien im Revier Buckow in der Märkischen Schweiz und im Revier Sauen bei Beeskow (Land Brandenburg) wurden 33 Mutterbäume, ca. 80jährig, mit besonders gerader Stammform sowie guten Höhen- und Brusthöhendurchmesser-Werten selektiert. Von diesen Plusbäumen wurden durch das Institut für Forstgenetik, Standort Waldsieversdorf (Thünen- Institut) Gewebekulturen etabliert und 1999 an das Institut für Pflanzenkultur übergeben. Wir haben zusammen mit der Gesellschaft zur Förderung schnellwachsender Baumarten in Norddeutschland e. V. die in vitro Kultur so weiter entwickelt, dass eine Vermehrung von hohen Stückzahlen jetzt möglich ist. Das Pflanzenmaterial befindet sich in der Zulassungsprüfung gemäß FoVG durch das vTI. Zur Zeit werden mit Ausnahmegenehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) 24 Klone produziert, die in Klonmischungen von mindestens 6 Klonen abgegeben werden.

Robinien in der in vitro Vermehrung

Vorteile selektierter Robinienklone

Robinien sind als schnellwachsende Baumart wegen der kurzen Umtriebszeiten und der hervorragenden Holzqualität geschätzt. Das auffallend harte Holz ist besonders gut geeignet für Möbel im Außenbereich z. B. Gartenmöbel. Als Alternative für Tropenholz trägt es zum Umweltschutzgedanken und nachhaltiger Nutzung bei.

Pflanzenmaterial aus Saatgut bringt allerdings häufig Bäume mit schlechter Stammform hervor. Selektiertes Pflanzenmaterial zeichnet sich durch hervorragenden Wuchs und besonders gerade Stammform aus. Die verschiedenen Klone können auch auf unseren Demonstrationsflächen besichtigt werden.

Abhärtung im Gewächshaus

Qualitäten

Die Klonmischung besteht aus max. 6 Robinienklonen.

Robinien im Verschulbeet

Alle Robinien werden in der Abhärtungsphase mit Stickstoff-fixierenden Bakterien (Rhizobien) geimpft, die den Pflanzen ein schnelles Anwachsen ermöglichen.

Waldbauliche Hinweise

Die Robinie zeichnet sich durch ihre Jugendfrohwüchsigkeit aus. Sie stellt geringe Ansprüche an die Nährstoffgehalte des Bodens (ähnlich Nadelgehölze) und bindet durch ihre intensive Durchwurzelung auch lockere Sandböden. Sie sollte allerdings nicht auf Schutt- oder grobkörnigen Sandböden mit einer flachgründigen fruchtbaren Schicht aufgepflanzt werden, da sie ausreichend Wasser zur Verfügung haben muss, bis sie den Boden richtig durchwurzelt hat. Auch Tonböden sind wegen der schlechten Belüftung des Bodens nicht geeignet. Gut geeignet sind Böden mit einer mitteltiefen bis tiefen fruchtbaren Schicht. Durch das hohe Lichtbedürfnis der Pflanzen wird eine Unterpflanzung (Voranbau) in bestehenden Flächen nicht empfohlen.

Robinien können im Verband 2,5 x 1,25 m aufgepflanzt werden (3.200 Pflanzen/ha). Die erste Astung sollte ab dem 2. Jahr durchgeführt werden. Eine erste Läuterung sollte erfolgen, wenn sich der Bestand geschlossen hat. Die Astung der für die Endnutzung vorgesehenen Bäume ist wichtig, um die Holzqualität zu verbessern. Die Auswahl der Z-Bäume sollte in Beständen spätestens im Alter 12-15 erfolgen, wobei der benötigte Wuchsraum gesichert sein muss. Ihre Planung sollte vorsehen, 400 bis 700 Z-Bäume/ha herauszupflegen. Die Stämme sollten bis zu einer Höhe von 4 – 6 m astrein sein. Robinie erreicht ein sehr gutes Wachstum nur bei ausreichenden Lichtverhältnissen. Der Lichtbedarf steigt bei Robinie im Alter 15-20 weiter an.

Beim Pflanzen sollte Frühjahrstrockenheit unbedingt vermieden werden. Der Boden sollte gut gelockert sein. Vielfach wird das Stummeln der Pflanzen nach der Pflanzung empfohlen (Zurückschneiden des Haupttriebs bis 5 cm über dem Erdboden).

Weitere Hinweise: Eine Mischung mit Sämlingsrobinien ist sinnvoll, da minderwertiger Aufwuchs herausgenommen werden kann. Dies gilt auch für den Fall, dass engere Pflanzverbände verwendet werden, um die Qualität (Schaftform, Astigkeit) noch weiter zu erhöhen (wie z. B. in Ungarn).

Robinien
Hinweise zum FoVG

Robinien unterliegen dem FoVG, zur Zeit wird vom Institut für Forstgenetik des  Thünen-Instituts in Waldsieversdorf eine Zulassungsprüfung durchgeführt. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erteilt bis zur endgültigen Zulassung Ausnahmegenehmigungen für das Pflanzenmaterial für die Anlage von Versuchsflächen. Die Stammzertifikate werden den Lieferpapieren beigefügt. Sie erhalten ein Klongemisch von mind. 4 Klonen zuzüglich Lizenzgebühr.

Download: Information Robinie